Internationale Kooperation 2018


Deutsch - kubanische Theaterkooperation

 

  Zwischen dem Theaterzirkus Dresden, dem Societaetstheater Dresden und dem Teatro del Viento, Kuba

 

Das Teatro del Viento gastiert mit "Ritter der Tafelrunde" von Christoph Hein, "Abdala, ein Held des 21. Jahrhunderts" und "Working Sin Progress" von Freddys Núñez Estenoz zwischen dem 16.05.18 und 26.05.18 zu den Pfingstfestspielen auf Schloss Batzdorf, am Societaetstheater Dresden, den Landesbühnen Sachsen und dem Internationalen Theater Frankfurt.

Außerdem findet am 16.05.18 die gemeinsame Premiere von "Manteca/Fett" in einer deutschen und einer kubanischen Inszenierung an einem Abend statt.  Die Zuschauer haben so die Möglichkeit, das Stück nacheinander in zwei Sprachen, zwei unterschiedlichen Interpretationen durch deutsche und kubanische Schauspieler zu erleben.

 

 

Aufführungsplan Teatro del Viento

                                                                                            

 

 

Datum

Vorstellung

Ort

16.05.18

Premiere Manteca

Schloss Batzdorf

17.05.18

Manteca

Schloss Batzdorf

18.05.18

Manteca

Schloss Batzdorf

19.05.18

Abdala/Manteca

Schloss Batzdorf

20.05.18

Working Sin Progress/Manteca

Schloss Batzdorf

21.05.19

Ritter der Tafelrunde Podiumsdiskussion

Schloss Batzdorf

23.05.18

Ritter der Tafelrunde

Societaetstheater Dresden

24.05.18

Working Sin Progress

Societaetstheater Dresden

25.05.18

Ritter der Tafelrunde

Landesbühnen Sachsen

26.05.18

Abdala

Internationales Theater Frankfurt

 

 

 

 Gastspielreise Theaterzirkus Dresden, Societaetstheater Dresden nach Kuba

 

Zeitraum:                  24.09. - 03.10. 2018

 

Stücke:                       Nach Goethe: „Faust ohne Worte“ Theaterzirkus Dresden

 

                             Alberto Pedro Torriente: „Manteca/Fett“ Societaetstheater Dresden

 

Aufführungen:        Havanna, Camagüey

 

 


Alberto Pedro Torriente 1954 - 2005


 

"Manteca/Fett" (1993)

 

Inhaltsangabe:

 

Das 1993 geschriebene Stück beschreibt die existenzielle Not der Kubaner
nach dem Zusammenbruch des Sozialismus in Europa und des gesamten Außenhandels. Das
gesellschaftliche Koordinatensystem verändert sich, das Land befindet sich im
Ausnahmezustand, „Spezialperiode in Friedenszeiten“ genannt, und Werte müssen neu
definiert werden.
Die Geschwister Dulce, Pucho und Celestino haben sich vor der Realität in ihre Wohnung
zurückgezogen, wo sie gegen alle sanitären Bestimmungen ein Schwein großziehen. Türen und
Fenster sind geschlossen und die Kontakte zur Außenwelt sind auf ein Minimum reduziert. Es
ist der Silvesterabend, das Licht fällt immer wieder aus und angestoßen wird mit Zuckerwasser.
Heute soll das Schwein geschlachtet werden, um an das Fett zu kommen und dadurch das
Überleben zu sichern.
Vor diesem Hintergrund lernen wir die gescheiterten Lebenswege der Figuren kennen, und die
Versuche, sich eine in den Grundlagen erschütterte Welt zu erklären. Die Wohnung als Insel ist
Schutz und Begrenzung. Die Öffnung der Türen und Fenster Bedrohung und Hoffnung
zugleich. Die Familie als letzte Sicherheit und als Sinnbild des Staates. Wir und die Anderen.
Erklärungsversuche verlieren sich in grotesken Tiraden. Dulce teilt die Welt in Länder mit und
ohne Dinosaurier ein und den letzten Reis für die Woche auf, Pucho wurde von der Universität
gejagt und schreibt an einem Zukunftsroman und Celestino leidet an der Trennung von Frau
und Kindern und bekennt sich zum Kommunismus. Zum Schluss entwickeln alle drei eine
gesellschaftliche Utopie der völligen Abgeschlossenheit.
Alberto Pedro Torriente zeichnet eine Gesellschaft, die von ökonomischer Not und der Suche
nach neuen Utopien bestimmt wird. In einer bedrückenden Atmosphäre kommt es immer
wieder zu grotesken, absurden Wendungen und Erklärungsversuchen. Doch das Stück ist in
seinem Erfahrungsrahmen nicht auf Kuba beschränkt. Es erzählt Geschichten, die in vielen
Orten außerhalb unserer Wohlstandsinseln passieren können.

 

Alberto Pedro Torriente