John von Düffel: Macbeth 2020



Pressestimmen

„Tödlich gut: Tom Quaas und Oda Pretzschner als Lord und Lady Macbeth im Dresdner Societaetstheater. (…) Gute Schauspieler brauchen nicht viel, um ihr Publikum zu verzaubern. Das zeigt sich auch in der Inszenierung von „Macbeth“ am Dresdner Societaetstheater. Tom Quaas brilliert als Macbeth, der nach dem Mord an Schottlands König erst mal rumjammert wie ein Waschlappen. Das erstaunt, er ist schließlich ein gestandener Kriegsheld, dann aber doch bereit, der ersten Bluttat weitere folgen zu lassen. Nicht minder beeindruckend ist Oda Pretzschner als intrigante wie kalkulierende Gattin, die ihre zunächst zaudernde „bessere“ Hälfte mit eisernem Rückgrat antreibt und sich damit als kälteste Grausame der Dramengeschichte gleich nach Medea erweist. (...) Die Inszenierung von Arne Retzlaff kommt ohne Hokuspokus aus. Es muss auch mal ohne wabernde Nebel und Kunstblut gehen. Der Regisseur vertraut ganz den Schauspielern, denen es vortrefflich gelingt, ein atmosphärisch dichtes und klaustrophobisches Kammerspiel zu entwickeln, in dem sich Gewalt an Schuld, Schuld an Wahn und Wahn an Liebe klammert.“ (SZ)

 

„Eine treffende, zeitgemäße Übersetzung, mit der man auch Schulklassen wunderbar klarmachen könnte, wie aktuell dieses Stück um Machtbesessenheit noch immer ist. Wer denkt nicht bei Lady Macbeths Zeile „Wenn wir die Macht besitzen, machen wir die Wahrheit“ an all die Autokraten von Erdogan über Putin bis Trump? Wenn diese wunderbare klare Sprache dann von zwei großen Schauspielern getragen und gelebt wird, ist alles gewonnen.“ (DNN)

„John von Düffel hat nicht nur die fabelhafte Übersetzung geschaffen, er hat das Geschehen ganz auf das Beziehungsdrama der Eheleute konzentriert und das mit königlichen Machtspielen und Mordorgien gespickte Drama so klug verkürzt, dass der Kreislauf von Wahnsinn und Gewalt nachvollzogen werden kann.“ (Die Welt)


Einladung zu den Privattheatertagen 2020 nach Hamburg

 

Begründung der Jury:


Trotz des kleinen Formates spürte ich diese große Kraft, die mich gefangen nahm.
John von Düffel hat das Stück bearbeitet, erheblich gekürzt, neu übersetzt in eine wunderbare klare Sprache, und er hat  nur die beiden Hauptpersonen im Blick gehabt.
Nur Lord und Lady Macbeth sehen wir auf der fast leeren Bühne.
Er in einem roten Samtmantel, die Königswürde vorwegnehmend, und sie in einem Abendkleid aus dem gleichen Stoff.
Zwei grandiose Schauspieler – ich hätte sie gern „live" erlebt!!
Oda Pretzschner und Tom Quaas.
Wunderbar, wie er anfänglich zaudert-zögert, dann aber, gedrängt von Lady Macbeth und auch auf die Vorhersage der Hexen vertrauend, den ersten Mord begeht und immer weiter mordet.
Grandios Oda Pretzschner als kalte, machthungrige, machtbesessene Lady Macbeth, die den Gatten antreibt bis in den Wahn!
In einigen Momenten schien es wie ein Hahnenkampf, wie sie sich auch physisch bekämpften und umrundeten. Macht, Gewalt, Erotik. Beklemmend gut in der Regie von Arne Retzlaff. (Hannelore Nennecke)