Kehlmann: Die Vermessung der Welt 2019



Pressestimmen

 

Die Inszenierung von Arne Retzlaff hat den durchaus ernsthaften und zugleich aber auch ironisch satirischen Ansatz des Autors aufgegriffen und mit hervorragenden Bühnenmitteln umgesetzt (schwarzes Theater, Puppenspiel, raffinierte Lichteffekte). Dazuhin entfalteten die Spieler große Verwandlungskunst in engster Abfolge (Sina Weiß verkörperte sogar sieben verschiedene Figuren).

Versprochen und geboten wurde ein „poetisch spannender und witziger Theaterabend“, der aber genügend Raum ließ für Kehlmanns „satirische Auseinandersetzung mit Größe und Komik deutscher Geistesgeschichte“.

Schwarzwälder Bote/Barbara Olowinsky

 

Getragen von herausragenden schauspielerischen Leistungen nicht nur der Protagonisten David Meyer (Humboldt) und Martin Behlert (Gauß), sondern auch einer textstarken, wandlungsfähigen Elena Weber (Erzählerin, Bonpland, Gauß-Sohn) sowie phänomenal in wechselnden Nebenrollen Sina Weiß, Stefan Holm und Hannes Höchsmann, lohnt bereits die Schauspieler-Leistungen den Theaterbesuch.

Heilbronner Stimme/Leonore Welzin

 

Ganz stark agieren David Meyer als Humboldt und Martin Behlert in der Rolle von Gauß.

Ella Spätes Ausstattung, die selbst mit wenigen Requisiten tolle Effekte hervorruft, Thilo Schwarz’ stimmungsvolle Beleuchtung und Detlef Heinichens verblüffendes Puppenspiel setzen unübersehbare Akzente.

Gerhard Keck/Schwarzwälder Bote

 

Mit dem unverstellten Nebeneinander von Größe und Komik gewann die Aufführung die Sympathien der Zuschauer, die sich über den ewigen Vermessungswahn und die Sammelwut von Humboldt genauso amüsieren konnten wie über den polternden und seine Umgebung beleidigenden Gauß. Wie im Roman räumte die Inszenierung genüsslich mit dem Bild vom großen Forscher auf, der alles unter Kontrolle hat.

Main-Post/Felix Röttger

 

An der Badischen Landesbühne nutzt die Inszenierung von Arne Retzlaff in der Ausstattung von Ella Späte die passenden Mittel, um die im Roman angelegten Gegensätze dramatisch zu evozieren: Möglichkeiten und Grenzen, Bewegung und Erstarrung, Rationales und Irrationales.

Das Puppenspiel von Detlef Heinichen trägt zu der an Schwarzes Theater erinnernden Atmosphäre bei: Wenn Schauspieler und Puppen miteinander verschmelzen, wird die Spannung zwischen Größe und Lächerlichkeit spürbar. Eine Spannung, die auch die Darsteller zu verkörpern mögen.

BNN/Sibylle Orgeldinger