Henry Miller: Das Lächeln am Fuße der Leiter 2018



Pressestimmen


Es ist Tom Quaas, der in der Inszenierung „Das Lächeln am Fuße der Leiter“, die am Freitag im Dresdner Societaetstheater Premiere hatte, diesen August spielt.

Gestisch und mimisch zieht er mal wieder alle Register. Es ist entsprechend Genuss pur, ihm dabei zuzusehen. Das Stück beruht auf einem Text von Henry Miller, der in vielen Werken ganz gern Sex, Exzess und Tabubruch frönte, mit dieser Fabel aber bewies, dass er auch ein ungemein poetischer Autor sein konnte.

Regie führte Arne Retzlaff, der reichlich stimmungsvolle, poetische Momente einbaute, etwa wenn er Quaas mit einem Papierklumpen kämpfen lässt und dieser dann in tausend kleine Schnipsel zerstiebt. Der Hintergrund der Bühne ist mit schwarzem Samt ausgeschlagen, so dass Magie pur und mehr als nur ein Hauch von Schwarzem Theater in der Luft liegen, wenn Gegenstände scheinbar schwerelos durch den Raum schweben. Es ist Paula Henke-Quaas, die hier eindrucksvoll agiert, aber halt das Pech hat, dass sich der Spruch „Die im Dunkeln sieht man nicht“ auch in diesem Fall bestätigt.

Tom Quaas ist zunächst mal ein recht müder Mime, der klagt, dass man früher ins Theater ging, um Visionen zu sehen, und Poesie natürlich, dass es heute aber nur noch ums Geld ginge. Ausgelaugt, apathisch erzählt er, nachdem er sich von der „Matratzengruft“ links auf der Bühne erhoben hat, vorm Spiegel sitzend seine Geschichte, wobei der Hauptstrang der Geschichte wiederholt durch Traumsequenzen unterbrochen wird.

Christan Ruf sz

Tom Quaas spielt die herausfordernde Geschichte wie in einem Atemzug, erspürt die Wechsel von unendlich alt und müde bis zu hoffnungsfroh und grenzenlos liebend.  Und er ist ein Bühnenmensch durch und durch....Dass ihm dabei nicht minder erfahrene Theaterleute wie Regisseur Arne Retzlaff und für die szenische Gestaltung Tilo Schiemenz zur Seite stehen, ist ebenso ein glückliches Zusammentreffen...Großes Theater in einem kleinen Raum; die Zuschauer sitzen so dicht dran, dass es kaum noch Distanz gibt. Ein gnadenloses Sichpreisgeben, ein Sichausliefern? Ja und nein zugleich. Denn diese so wandlungsfähige Gestalt "Am Fuße der Leiter", die justament direkt zum Mond in der Zirkuskuppel führt, ist eben auch ein begnadeter Clown, ein Zauberer, ein Verführer, ein Schauspieler, der alle Höhen und Tiefen des Bühnenlebens bereits erkundet hat, Verwandlungen und Risiken liebt, selbst dann, wenn sie kraftraubend, aufreibend und zuweilen schon lebensbedrohend sind.

Gabriele Gorgas DNN