Arne Retzlaff "Sehnsucht Kuba-ALLTAG AUF DER kARIBIKINSEL"


Sehnsucht Kuba - Alltag auf der Karibikinsel. Immer wieder stand die Karibikinsel im Zentrum historischer Ereignisse. Einst die reichste Kolonie der Welt, dann das Bordell der USA. Die Insel war mit ihrer authentischen Revolution und ihrem Kampf um Selbstbestimmung Beispiel und Provokation für ganz Amerika, hat mit ihren Führern Ikonen des 20. Jahrhunderts hervorgebracht. Opfer von Intervention, Sabotage und Blockade, Anlass der ersten nuklearen Konfrontation.

Nun steht das Land durch die Annäherung an den Westen, den Austausch von Botschaftern wieder an der Schwelle großer Veränderungen. Wohin geht die Reise? Was wird bleiben vom Kampf dieses mutigen kleinen Landes um die eigene Identität?

Arne Retzlaff besuchte das Land seit 1998 immer wieder und lebte zuletzt mit seiner Familie ein Jahr dort, wo keine Touristen hinkommen, wo die Zeit anders vergeht - in der kubanischen Provinz.

Er beschreibt den Alltag, skurrile, traurige, gewöhnliche Begebenheiten, die Schwierigkeiten mit der Bürokratie, die Feste und Feiern im Jahresablauf, Erfahrungen mit der Religion, den Schulalltag seines Sohnes, Probleme beim Hausbau.

Als Regisseur reist er auf der Suche nach einem Partnertheater für ein Kooperationsprojekt durch das Land, beschreibt das Nationale Festival für Theater des Landes.

Im Zentrum des Buches aber stehen die Sorgen und der Überlebenskampf der Kubaner, sinnliche Erlebnisse im Leben auf dieser Sehnsuchtsinsel.

 

Sehnsucht Kuba - Alltag auf der Karibikinsel

ISBN-Nr.978-3-95632-291-4
2.HJ - 10/2015
Preis: 19,95 €


Leseprobe

Einleitung

 

Kuba – Alles klar. Die Einen träumen von weißen Stränden, dunklen Schönheiten, Tabak und Rum, die Anderen wissen von fehlenden Menschenrechten und Demokratie, von Misswirtschaft und Flucht übers Meer, wieder andere führen das beispielhafte Bildungs – und Gesundheitswesen an, den Jahrzehnte währenden Kampf gegen den übermächtigen Feind aus dem Norden und alle kennen Fidel Castro, Che Guevara und den Buena Vista Social Club. Welche Sprache spricht man auf Kuba? Kubanisch! Alles klar. Die Vorurteile und Klischees sind eingebrannt, die Realität, wie immer, vielfältiger, verwirrender, nicht vergleichbar.

 

Wir lebten ein Jahr in Kuba, nicht in Havanna oder Santiago de Cuba, sondern fernab der Touristenrouten im beschaulichen Manzanillo, im Südosten der Insel, in der Bucht von Guacanayabo. Wir, das sind meine kubanische Frau Tania, Kunsthistorikerin und Malerin,  unser Sohn José- Alexander, der in Kuba seinen neunten Geburtstag feierte, und ich, ein deutscher Theaterregisseur. Wir hatten dieses Jahr lange geplant. Unser Ziel war es, unserem Sohn seine zweite Heimat, Kultur, Sprache erfahrbar zu machen, ein interessantes Theater in Kuba zu finden, um eine Kooperation mit einem deutschen Theater vorzubereiten und unser Haus, das wir ein Jahr zuvor gekauft hatten, auszubauen. Im Juli 2013 tauchten wir ein in unsere kubanische Realität.

 

Es gibt viele Reiseführer über das Land, Analysen zur Geschichte, zur Revolution, Biografien der wichtigsten Persönlichkeiten, Essays zur Musik, Literatur und Malerei. Sie alle beschreiben wohlwollend oder kritisch, aber fast immer fasziniert, dieses kleine und an Geschichte so reiche Land.

 

Dies ist ein Buch über die Geschichten des Alltags in Kuba. Über einen verrückten und ungewöhnlichen Alltag. Einen ganz normalen Alltag,  unseren Alltag, der sich in wichtigen Punkten vom Alltag der meisten Kubaner unterschied, trotzdem aber für ein Jahr mit ihm verwoben war. Und es ist ein Buch über meine Liebe zu diesem Land und seinen Menschen.